„Der Gott des Gemetzels“

Zwei fulminante Vorstellungen von Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ gingen beim Rodauner Theater Sommer über die Bühne.

Mit Yasmina Rezas Erfolgsstück „Gott des Gemetzels“ brachte der Rodauner Theater Sommer eine ebenso pointierte wie bissige Gesellschaftskomödie auf die Bühne. Was als höfliches Gespräch zweier Elternpaare beginnt, deren Kinder in eine Rauferei verwickelt waren, entwickelt sich rasch zu einem verbalen Schlagabtausch, bei dem die bürgerliche Fassade zunehmend ins Wanken gerät.

In unserer Inszenierung stand vor allem das feine Kippen der Stimmung im Mittelpunkt: aus Höflichkeit wird Ehrlichkeit, aus Diplomatie wird Angriff, aus Gespräch wird ein Kampf – sehr komisch, sehr böse und erschreckend menschlich. Das Publikum erlebte einen Theaterabend voller Tempo, Wortwitz und großartiger Schauspielmomente, bei dem man sich an vielen Stellen ertappt fühlte: beim Lachen, beim Staunen – und vielleicht auch beim Wiedererkennen eigener Verhaltensmuster.

„Gott des Gemetzels“ zeigte einmal mehr, wie nah Komödie und Tragödie beieinander liegen – und wie dünn die Schicht der Zivilisation manchmal ist.

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