Autor: Marcus Marschalek

  • „Betrogen“ – Liebe, Lüge und Selbsttäuschung

    „Betrogen“ – Liebe, Lüge und Selbsttäuschung

    Mit Harold Pinters „Betrogen“ stand beim Rodauner Theater Sommer ein leises, kluges und hochpräzises Kammerspiel auf dem Programm. Pinter erzählt die Geschichte einer Dreiecksbeziehung – allerdings rückwärts. Szene für Szene bewegt sich das Stück in die Vergangenheit und legt dabei Schicht für Schicht frei, was zwischen drei Menschen über Jahre hinweg verborgen, verschwiegen und vielleicht auch verdrängt wurde. Mit Katharina Hauer, Hans Lagers und Peter Wälten.

    Harold Pinters „Betrogen“ wurde 1978 uraufgeführt und erzählt die Geschichte einer außerehelichen Affäre. Emma und Jerry, ein Literaturagent und der beste Freund von Emmas Ehemann Robert, hatten über Jahre hinweg eine heimliche Affäre. Das Stück setzt zwei Jahre nach dem Ende dieser Affäre ein, als Emma Jerry gesteht, dass sie Robert alles gebeichtet habe. Doch im Verlauf der Rückblenden wird deutlich, dass Robert über die Jahre mehr wusste, als er vorgab. Wir freuen uns in dieser Kooperation mit dem Artefaktum Kulturverein Katharina Hauer als Emma, Peter Wälter als deren Ehemann Robert und Hans Lagers als Jerry auf der Rodauner Open-Air-Bühne zu sehen. Die Regie hat für diese Inszenierung Luisa Stachowiak übernommen. Sie hat vier Jahre lang am Nationaltheater Mannheim gearbeitet, bevor sie 2013 nach Wien kam und seitdem mit Inszenierungen am Pygmalion Theater, WerkX oder Off Theater erfolgreich ist.

    Betrogen: Peter Wälter, Katharina Hauer, Hans Lagers
    Betrogen: Peter Wälter, Katharina Hauer, Hans Lagers
  • Premiere „Der Besuch der alten Dame“

    Premiere „Der Besuch der alten Dame“

    Es ist vollbracht! Ein Jahr Text- und Probenarbeit, Kostümnähen, Kulissenbau, Ablaufproben und das Komponieren von Musik haben ihren Weg auf die Bühne beim Rodauner Theater Sommer 2025 gefunden. Bei der Premiere waren wir ausverkauft und haben an einem wunderschönen, lauen Spätsommerabend unser Bestes gegeben – und das Publikum war begeistert!

    Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ ist ein Stück über Geld, Moral und die Frage, wie käuflich ein Mensch – oder eine ganze Gesellschaft – eigentlich ist. In unserer Inszenierung wurde aus der tragischen Komödie ein intensiver, atmosphärisch dichter Theaterabend mit großer Ensembleleistung, eindrucksvollen Bildern und viel Musik.

    Die Premiere war für uns als Team ein ganz besonderer Moment: Wenn nach Monaten der Vorbereitung zum ersten Mal Licht, Kostüm, Bühne, Musik und Schauspiel zusammenkommen und plötzlich alles ein großes Ganzes wird, dann merkt man, warum man Theater macht. Ein Abend, den wir alle nicht so schnell vergessen werden.

  • Werde Teil unseres Teams!

    Werde Teil unseres Teams!

    Der Rodauner Theater Sommer ist ein ehrenamtliches Kulturprojekt – und genau das macht ihn so besonders. Viele engagierte Menschen arbeiten jedes Jahr gemeinsam daran, dass auf dem Rodauner Kirchenplatz Theater entstehen kann: mit viel Herzblut, Kreativität und Teamgeist.

    Damit das alles möglich ist, suchen wir immer wieder freiwillige Helferinnen und Helfer. Ob beim Auf- und Abbau der Bühne, bei der Bewerbung der Veranstaltungen, beim Nähen von Kostümen und Bauen von Kulissen oder beim Buffet rund um die Vorstellungen – es gibt viele Möglichkeiten, Teil unseres Teams zu werden.

    Was wir bieten? Ein tolles Projekt, ein kreatives Umfeld, spannende Einblicke hinter die Kulissen und vor allem eine gute Zeit mit engagierten und netten Menschen.

    Wenn du Lust hast, bei uns mitzumachen, melde dich – wir freuen uns über jede Unterstützung!

    Bitte hier anmelden

    Christian Steinhoff und Petra Scheele beim Aufbau für die Produktion "frauJEDERmann" des Rodauner Theater Sommer.
  • Intensives Probenwochenende für „Der Besuch der alten Dame“

    Intensives Probenwochenende für „Der Besuch der alten Dame“

    5. April 2025

    Zwei intensive Probentage liegen hinter unserem Ensemble – diesmal nicht auf der Bühne am Rodauner Kirchenplatz, sondern in einem großen Turnsaal im zweiten Bezirk. Viel Platz also, um zu experimentieren, Wege auszuprobieren und ein Gefühl für die großen Szenen und Auftritte zu bekommen.

    Zum ersten Mal haben wir an diesem Wochenende auch mit Kostümen und Requisiten geprobt. Dabei merkt man schnell: Mit Kostüm spielt, geht und bewegt man sich anders. Und auch der Umgang mit Requisiten will geübt sein, damit später auf der Bühne alles selbstverständlich wirkt.

    Besonders spannend war unser erster Durchlauf. Dabei haben wir uns intensiv damit beschäftigt, aus welchen Richtungen die Figuren auftreten und abgehen müssen, damit das Ganze später auch auf unserer Open-Air-Bühne am Rodauner Kirchenplatz gut funktioniert. Gerade bei einer Freiluftbühne ist das genaue Planen der Wege und Auftritte besonders wichtig.

    So ein Probenwochenende ist anstrengend und kräfteraubend – aber gleichzeitig auch unglaublich beglückend. Wenn man zwei Tage lang so intensiv miteinander arbeitet, wächst nicht nur das Stück, sondern auch das Ensemble immer mehr zusammen.

    Wir freuen uns sehr über die Fortschritte – und hier ein paar Eindrücke aus unserer Probenarbeit.

  • Probenstart: „Der Besuch der alten Dame“ 2025

    Probenstart: „Der Besuch der alten Dame“ 2025

    News vom 11. Feb. 2025

    Die ersten Proben sind immer ein Herantasten: an die Figuren, an die Sprache Dürrenmatts, an die Beziehungen zwischen den Charakteren – und an die große Frage, wie wir diese Geschichte auf unserer Bühne in Rodaun erzählen wollen.

    Die beiden Hauptrollen konnten wir mit Christian Kenngott als Alfred Ihl und Christina Kollross als Claire Zachanassian besetzen. In den ersten Proben wurde gelesen, ausprobiert, verworfen und neu gedacht. Genau so beginnt Theaterarbeit: mit viel Fantasie, Gesprächen, Improvisation und dem gemeinsamen Suchen nach dem richtigen Ton.

    Unser Probenort ist dabei die Rodauner Werkerei, die in den kommenden Monaten zu unserem kreativen Zentrum wird. Hier entstehen Szenen, Figuren, Ideen für Bühnenbild und Kostüme – hier wächst Schritt für Schritt unsere Inszenierung.

    Was in diesen ersten Proben besonders spürbar wird: „Der Besuch der alten Dame“ ist nicht nur ein Klassiker, sondern ein Stück mit großer Wucht und überraschend viel Humor. Dürrenmatt erzählt eine Geschichte über Gerechtigkeit, Schuld, Moral und darüber, was Menschen bereit sind zu tun, wenn Geld plötzlich keine Rolle mehr spielt.

    Wir stehen noch am Anfang unserer Probenarbeit – aber die Reise hat begonnen, und wir freuen uns sehr darauf, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

  • Leseprobe „Besuch der alten Dame“

    Leseprobe „Besuch der alten Dame“

    News vom 18. Nov. 2024

    Start der Leseproben: „Der Besuch der alten Dame“

    Noch sind bei unserer Produktion von Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ nicht alle Rollen endgültig verteilt – und trotzdem haben wir bereits mit den Leseproben begonnen. Denn am Anfang jeder Theaterarbeit steht der Text.

    Bei den Leseproben sitzt das Ensemble meist noch rund um einen Tisch, das Stück in der Hand, manchmal mit Bleistift, manchmal mit vielen Fragezeichen im Kopf. Man liest, hört einander zu, stolpert über Formulierungen, entdeckt plötzlich Witz, Abgründe oder überraschende Zwischentöne. Langsam entsteht ein erstes Gefühl für die Figuren und für den Rhythmus des Stückes.

    Leseproben sind ein vorsichtiges Herantasten: Wer spricht wie? Wo sind Pausen wichtig? Wo wird es laut, wo leise? Was steht zwischen den Zeilen? Oft wird bei den Leseproben schon viel gelacht, diskutiert und ausprobiert – und ganz nebenbei beginnt das Ensemble, zu einem Ensemble zu werden.

    Für uns sind diese ersten Proben immer etwas ganz Besonderes. Noch ist alles möglich, noch ist nichts festgelegt. Aber genau in dieser Phase entsteht die Grundlage für alles, was später auf der Bühne zu sehen sein wird.

    Und so machen wir uns langsam gemeinsam auf den Weg nach Güllen.

  • Casting: Der Startpunkt für „Der Besuch der alten Dame“

    Casting: Der Startpunkt für „Der Besuch der alten Dame“

    News vom 14. Nov. 2024

    Mit einem Casting hat für das Rodauner Theater die Arbeit an der Produktion „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt begonnen. Die Regie für diese Produktion liegt in den Händen von Marcus Marschalek, der sich gemeinsam mit dem Team auf die Suche nach den passenden Darstellerinnen und Darstellern für die Welt von Güllen gemacht hat.

    Gerade bei einem Stück wie dem „Besuch der alten Dame“, in dem viele Figuren die Stadtgemeinschaft bilden, ist das Casting ein ganz wesentlicher Teil der künstlerischen Arbeit. Es geht dabei nicht nur darum, einzelne Rollen zu besetzen, sondern ein Ensemble zusammenzustellen, das als Gemeinschaft auf der Bühne funktioniert. Denn Dürrenmatts Stück lebt davon, dass sich eine ganze Stadt langsam verändert – und diese Entwicklung muss man auf der Bühne als Gruppe erzählen können.

    Beim Casting wurde gelesen, improvisiert und ausprobiert. Manche Szenen wurden in verschiedenen Besetzungen gespielt, manchmal wurden Rollen getauscht, manchmal ganz neu gedacht. In diesem Prozess geht es nicht nur darum, wer „passt“, sondern auch darum, neue Seiten an Menschen zu entdecken und vielleicht jemanden in einer Rolle zu sehen, an die man zuerst gar nicht gedacht hätte.

    Das Rodauner Theater lebt von dieser gemeinsamen Arbeit: Von Menschen mit viel Bühnenerfahrung genauso wie von jenen, die vielleicht zum ersten Mal auf der Bühne stehen. Was zählt, ist die Freude am Theater, die Bereitschaft, Zeit und Energie in ein gemeinsames Projekt zu investieren – und die Lust, gemeinsam eine Geschichte zu erzählen.

    Mit dem Casting hat also nicht nur die Probenarbeit begonnen, sondern auch das Entstehen unseres Ensembles für den „Besuch der alten Dame“. Und damit der erste, wichtige Schritt auf dem Weg zur Premiere beim Rodauner Theater Sommer.

  • Elisabeth Lederer

    Elisabeth Lederer

    Elisabeth Lederer steht seit den Anfängen der Open-Air-Produktionen in Rodaun auf der Bühne. Ihre Figuren sind oft besondere Beobachterinnen des Geschehens – Rollen, die zwischen Realität und einer zweiten, poetischen Ebene stehen und den Blick auf die Menschen und ihre Entscheidungen lenken.

    Elisabeth Lederer als Kartenleserin in der Produktion „Der Schwierige“

    Schon früh entdeckte Lederer ihre Begeisterung für das Theater und für große Bühnenstoffe, die sie über viele Jahre begleitet haben. Besonders faszinieren sie Figuren, die hinter die Oberfläche blicken – Menschen, die deuten, einordnen, verstehen wollen. In ihrer Theaterarbeit beschäftigt sie sich daher immer wieder mit der Frage, wie sehr unser Leben von Zufällen, Entscheidungen oder vielleicht doch vom Schicksal geprägt ist.

    Elisabeth Lederer als Wirtin in der Produktion „Der Rosenkavalier“

    Theater ist für Elisabeth Lederer ein Ort, an dem genau diese Fragen gestellt werden dürfen. Auf der Bühne interessiert sie vor allem das Spiel mit Wirklichkeit und Möglichkeit: Figuren, die in das Geschehen eingreifen, es kommentieren, es vielleicht sogar in eine andere Richtung lenken. Dieses Spannungsfeld zwischen Beobachten und Eingreifen, zwischen Wissen und Nicht-Wissen, macht für sie den Reiz des Theaters aus.

    Lederer Elisabeth als Mammon bei frauJEDERmann
    Elisabeth Lederer bei Probenarbeiten als Mammon zusammen mit Stefanie Pauly für frauJEDERmann

    Besonders wichtig ist ihr dabei der direkte Kontakt zum Publikum. Theater entsteht für sie immer im Moment – in der Begegnung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Jede Aufführung ist anders, jeder Abend erzählt die Geschichte neu. Gerade diese Lebendigkeit und Unmittelbarkeit sind es, die sie am Schauspiel besonders liebt.

    Für Elisabeth Lederer ist Theater daher nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern immer auch ein gemeinsames Nachdenken über das Leben: über Entscheidungen, Zufälle, über Liebe, Sehnsucht und die großen und kleinen Wendepunkte, die ein Leben verändern können.

  • Sarah Schwarz

    „Agathe ist für mich ein junges Mädchen, in dem ich mich zu einem guten Stück ganz persönlich wiederfinde“, schmunzelt Sarah Schwarz, die zwar seit ihrer Kindheit auf der Bühne steht, bis jetzt jedoch vor allem Märchenfiguren in Familientheaterstücken verkörpert hat. „Dieses absolute Mitfühlen in emotionalen Krisen der engsten Freundinnen ist etwas, das ich selbst häufig erlebe“ gibt sie zu, „auch wenn ich teilweise etwas direkter und noch weniger zurückhaltend reagiere als Agathe. Deshalb musste ich mich von Anfang an beherrschen, nicht ganz so aufbrausend zu reagieren, wie ich es für meine Freundinen vermutlich getan hätte…“ Agathe, enge Vertraute von Antoinette Hechingen, leidet als ihre treue Seele ganz herzerweichend mit ihrem großen Idol mit, wenn dieses von Liebschaften gekränkt und Ehemännern gelangweilt wird.

    Zum Theater hat Sarah durch ihre Familie gefunden, in der auch immer viel und gerne in diversen Theatergruppen gespielt wurde.

  • Reinhard Schäfer

    „Vor mehr als 40 Jahren haben wir, damals zu fünft, in einer alten Schneiderwerkstatt eine Laientheatergruppe gegründet.  Der erste Eintritt war jeweils ein Sessel, den jeder Zuschauer mitbringen und dann da lassen musste. Die Gruppe, mittlerweile ein richtiges Theater ( Theater Konfrontation) im 8. Bezirk gibt’s immer noch, und ich kann dort bei ein bis zwei Produktionen im Jahr spielen: Zum Beispiel den Romeo, einen Zirkusdirektor, Shugardaddy,  arbeitslosen Strotter; ja sogar einen Nadelbaum durfte ich schon darbieten“, erzählt Reinhard Schäfer.

    Über Empfehlung einer Bekannten sei er im letzten Jahr zum Rodauner Theater Sommer gekommen, war voll beeindruckt und sofort angesteckt von der Begeisterung, mit der da agiert wird und konnte im Rosenkavalier prompt den Ochs von Lerchenau mimen.

    „Und heuer darf ich hier im Schwierigen einen aufgeblasenen Professor (der berühmte Mann) geben. Kaum zu glauben, wie in einem ganz kurzen Auftritt jemand schon so überheblich sein kann. Fein, dass ich da dabei bin“, freut sich Schäfer.