Elisabeth Lederer steht seit den Anfängen der Open-Air-Produktionen in Rodaun auf der Bühne. Ihre Figuren sind oft besondere Beobachterinnen des Geschehens – Rollen, die zwischen Realität und einer zweiten, poetischen Ebene stehen und den Blick auf die Menschen und ihre Entscheidungen lenken.

Schon früh entdeckte Lederer ihre Begeisterung für das Theater und für große Bühnenstoffe, die sie über viele Jahre begleitet haben. Besonders faszinieren sie Figuren, die hinter die Oberfläche blicken – Menschen, die deuten, einordnen, verstehen wollen. In ihrer Theaterarbeit beschäftigt sie sich daher immer wieder mit der Frage, wie sehr unser Leben von Zufällen, Entscheidungen oder vielleicht doch vom Schicksal geprägt ist.

Theater ist für Elisabeth Lederer ein Ort, an dem genau diese Fragen gestellt werden dürfen. Auf der Bühne interessiert sie vor allem das Spiel mit Wirklichkeit und Möglichkeit: Figuren, die in das Geschehen eingreifen, es kommentieren, es vielleicht sogar in eine andere Richtung lenken. Dieses Spannungsfeld zwischen Beobachten und Eingreifen, zwischen Wissen und Nicht-Wissen, macht für sie den Reiz des Theaters aus.

Besonders wichtig ist ihr dabei der direkte Kontakt zum Publikum. Theater entsteht für sie immer im Moment – in der Begegnung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Jede Aufführung ist anders, jeder Abend erzählt die Geschichte neu. Gerade diese Lebendigkeit und Unmittelbarkeit sind es, die sie am Schauspiel besonders liebt.
Für Elisabeth Lederer ist Theater daher nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern immer auch ein gemeinsames Nachdenken über das Leben: über Entscheidungen, Zufälle, über Liebe, Sehnsucht und die großen und kleinen Wendepunkte, die ein Leben verändern können.

